Photovoltaik - Erläuterungen
 

Geringere Vergütung für den Strom vom Dach

Der Bundesrat stimmte am 29.06.2012 dem Kompromiss des Vermittlungsausschusses zur Photovoltaik-Förderung zu. Die Einspeisevergütung für den an den Netzbetreiber verkauften Strom, sinkt rückwirkend zum 1. April um 20 bis 30 Prozent. Der Deutsche Bundestag hatte bereits am 28.06.2012 zugestimmt. Die neuen Vergütungssätze betragen demnach:Strom von der Sonne

Für größere Dachanlagen mit einer Nennleistung von zehn bis 40 Kilowatt Leistung fallen die geplanten Einschnitte weniger stark aus, als vom Bund zunächst geplant. Für diese Anlagen wird eine eigene Förderkategorie geschaffen und der Solarstrom mit 18,50 Cent je Kilowattstunde vergütet.

Kleine Photovoltaik-Dachanlagen mit weniger als zehn Kilowatt Leistung erhalten künftig 19,50 statt bisher 24,43 Cent. Die neuen Vergütungssätze zum 01.01.2013 finden Sie hier.

Strom aus Anlagen über 10 kW muss ab 1.1.2014 selbst verbraucht oder zum Börsenpreis verkauft werden.

Die volle Förderung des Stroms aus Kleinanlagen bis zehn Kilowatt bleibt bestehen, bei allen anderen wird ab dem 1. Januar 2014 nur noch 90 Prozent gefördert. Der Rest muss selbst genutzt oder ebenfalls zum Börsenpreis abgegeben werden.

Weiterer wesentlicher Bestandteil des Kompromisses ist das vollständige Ende der Förderung beim Erreichen von 52.000 Megawatt installierter Solarstromleistung in Deutschland.

Kleine  Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 10 kW fallen somit nicht unter das Marktintegrationsmodell. Das bedeutet, dass der über diese Anlagen eingespeiste Strom wird  wie bisher zu 100 Prozent vergütet. Für die Finanzierung einer Solaranlage  beziehungsweise für die Wirtschaftlichkeitsberechnung einer solchen Investition auf dem privaten Hausdach ist das ungeheuer wichtig. Niemand wird eine solche Anlage bauen, die sich nicht rechnet, was bei einer Vergütung für nur 80 Prozent des eingespeisten Stroms oft der Fall wäre.


Hinweis: Aufgrund der Neuregelung sollte man so viel erzeugten Solarstrom wie möglich selbst verbrauchen. Denn der Preis, den der  Betreiber einer Solarstromanlage aus der neuen Anlagen erzielen kann, ist in aller Regel niedriger als er für zugekauften Strom bezahlt.

 


Vorteil durch Eigenverbrauch


Bei tendenziell steigenden Strompreisen und sinkenden Vergütungssätzen wächst die Spanne zwischen dem Bezugspreis für Strom vom Versorger um dem Preis, der für die Netzeinspeisung von Strom gezahlt wird. Bezieht man seinen Strom über den Versorger zu einem Preis, der über dem aktuellen Vergütungssatz liegt, lohnt sich ein hoher Eigenverbrauch besonders. Der Vorteil durch Eigenverbrauch ergibt sich demnach wie in folgendem Beispiel:
 

Durchschnittlicher Bezugspreis für Strom (netto)   23,00 ct/kWh
Höhe der Vergütung für Netzeinspeisung (Stand Mai 2012) - 19,31 ct/kWh
Vorteil durch Eigenverbrauch =  3,69 ct/kWh

Tipps für cleveren Energieverbrauch

Neben der innovativen Solartechnik in Ihrem Haus können Sie Ihren Eigenstromverbrauch auch durch Ihr persönliches Mitwirken erhöhen. Hier ein paar Beispiele:
  • Schalten  Sie Waschmaschine, Spülmaschine und weitere Haushaltsgeräte dann ein, wenn viel Solarstrom produziert wird, also in der Tagesmitte.
  • Verrichten Sie notwendige  Hausarbeiten wie Staubsaugen, Kochen oder Rasenmähen so, dass möglichst viel Eigenstrom genutzt wird.
  • Laden Sie Akku-Geräte wie Handy, Laptop und Smartphone zu Zeiten mit hoher Solarstromproduktion auf.
  • Schalten Sie Geräte mit Stand-by Funktion ab. Leider sind einige Hersteller dazu übergegangen, manche Geräte gar nicht mehr mit einem richtigen Ein-Aus-Schalter zu versehen. In diesem Fall hilft, den Netzstecker zu ziehen oder das Gerät über eine zusätzliche Steckdosenleiste mit Schalter anzuschließen.
  • Achten Sie beim Kauf neuer Geräte – wie z.B. der Waschmaschine – auf die Energieeffizienzklasse. Besonders energiesparende Geräte sind mit der Energieeffizienzklasse A++ gekennzeichnet.
Weitere Informationen zum Thema Eigenverbrauch finden Sie hier

Rendite halbiert – Hausbesitzer müssen rechnen

Mit dieser Geldkürzung für Solarstrom lassen sich immer noch vertretbare Renditen erwirtschaften. Das zeigt eine Vergleichsrechnung, die die Experten der Stiftung Warentest (Finanztest) aufgemacht haben:

Alte Regelung: Angenommen, ein Anlagenbesitzer hatte Anfang 2012 Anschaffungskosten von etwa 2.200 Euro pro Kilowatt Leistung, fährt einen Stromertrag von 900 kWh pro Kilowatt Leistung im Jahr ein und verbraucht 20 Prozent des Stroms selbst – dann kann er bei Berücksichtigung aller Kosten der Anlage mit einer Rendite von 6,73 Prozent rechnen.

Neue Regelung: Geht der Haubesitzer nach dem 1. April mit seiner Anlage ans Netz, halbiert sich seine Rendite im Musterfall nach den neuen Plänen auf 3,4 Prozent. Sind die Voraussetzungen ungünstiger, zum Beispiel weil die Anlage in der Anschaffung teurer ist oder weniger Strom produziert als erwartet, kann die Rendite geringer ausfallen.

In ihrer September - Ausgabe 2012 hat sich die Zeitschrift Finanztest erneut mit dem Thema Photovoltaik beschäftigt und kommt zu folgendem Ergebnis: "Für Sonnenstrom aus Anlagen die neu ans Netz gehen, gibt es zwar weniger Geld vom Staat. Dennoch lohnt sich das Ganze für Hausbesitzer. Weiterhin lassen sich attraktive Renditen erzielen und bei steigenden Strompreisen ist der Eigenverbrauch eine echte Alternative". Renditen zwischen vier und fünf Prozent sind laut Finanztest realistisch für Hauseigentümer, die sie sich jetzt eine Photovoltaikanlage anschaffen. Siehe Artikel

Hinweis: Je preiswerter die Solaranlage in der Anschaffung, desto höher ist die Rendite. Schauen Sie sich in Ruhe nach günstigen Photovoltaik-Anlagen um. Es ist möglich, dass die Anlagenpreise in den nächsten Monaten weiter fallen. Im Zweifel sollten Sie lieber abwarten. Wer sich trotz geänderter Rahmenbedingungen  jetzt für eine neue Solarstromanlage entscheidet, macht immer noch ein gutes Geschäft.Strom von der Sonne

Bitte bedenken Sie auch, dass für den Strom aus Photovoltaikanlagen nicht nur feste Einspeisevergütungen für einen Zeitraum von 20 Jahren gezahlt werden, mit den Solarstromanlagen lassen sich darüber hinaus auch Steuern sparen. So können bereits bei der Anschaffung oder bei den Betriebsausgaben Steuern gespart werden. Auch bieten andere  Kapitalanlagen mit entsprechender Sicherheit (Tagesgeld) derzeit nur Zinsen von 1 - 2 Prozent.
 
Preise vergleichen und kostenlose und unverbindliche Angebote anfordern ist daher wichtiger denn je. Hier haben Sie die Möglichkeit:
Nutzen Sie die vorgenannten Rechner. Denn nur wer vergleicht, kann sparen und findet das optimale Angebot! Diese Rechner können allerdings nur zur ersten Orientierung dienen. Danach sollten auf jeden Fall zum Vergleich konkrete Angebote von Fachbetrieben vor Ort eingeholt werden. Die Rechner bieten diese Möglichkeit. Bedenken Sie aber, dass Sie sich nicht unbedingt für den billigsten Anbieter entscheiden. Auch eine Berechnung des möglichen Ertrages und das Kleigedruckte mit Angaben zur Wartung und Garantie zählen. Auch ein Fördermittelcheck sollte erfolgen.

Garantie bleibt:

Für alle Betreiber einer Photovoltaikanlage, die jetzt schon am Netz sind, ändert sich durch die Pläne nichts. Ihre garantierten vergütungssätze bleiben erhalten. Die Vergütung ist für das Jahr der Inbetriebnahme und für 20 Folgejahre garantiert.


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